Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln (GWK) hat mit der SH Holz & Modulbau GmbH im Juni 2020 einen Rahmenvertrag über die Errichtung von modularen Schulergänzungsbauten abgeschlossen. Aus dem Rahmenvertrag sind der SH Holz & Modulbau GmbH inzwischen sieben Abrufe entstanden – es ist also Zeit für einen ersten Rückblick.

Vorbereitet wurden die Abrufe durch einen mehrstufigen Wettbewerb. Die Bieter wurden in der ersten Runde aufgefordert, insgesamt 12 verschiedene Modultypen (Schulergänzungsbauten) in Modulbauweise zu entwerfen und zu bepreisen. Insgesamt sechs Unternehmen konnten daraufhin einen Rahmenvertrag erhalten. In der zweiten Runde wird dann jeweils die Einordnung in das konkrete Grundstück ausgeschrieben, wobei eine Preisanpassung erfolgt.

Neben dem Preis wird auch die architektonische Qualität bewertet. Die Entwürfe der SH Holz & Modulbau GmbH stammen vom Berliner Architekturbüro SEHW, Prof. Xaver Egger. Das Büro ist wettbewerbsstark und sehr erfahren im Schulbau.

Highlight war bislang sicher der Besuch von OB Heriette Reker anlässlich des Richtfestes an der Schule Nussbaumer Straße am 03.02.2023. OB Reker zeigte sich besonders beeindruckt von der hohen Geschwindigkeit, mit die Ergänzungsbauten entstehen, als auch von der hohen Bauqualität.

Die Ziegel-, Platten oder Holzfassaden der Schulen zeigen deutlich, dass hier keine Provisorien entstehen, sondern städtebaulich wertige und für den dauerhafte Nutzung gedachte Gebäude. Neben unserem Baustoff Holz, das die SH Holz- & Modulbau GmbH FSC-zertifiziert aus deutschsprachigem Einschlag bezieht und ohne Pestizide oder Funghizide verbaut, weisen die Gebäude eine Hülle in Anlehnung an den Passivhausstandard auf und sind mit CO2-geführter Lüftung, Gründach und PV-Anlage nachhaltig konzipiert.

Eine wesentliche Motivation, in Modulbauprojekte zu investieren, ist die vergleichsweise hohe Baugeschwindigkeit. Die SH Holz & Modulbau GmbH hat dafür in Lathen eine moderne Fertigungsanlage mit Verschiebetechnik aufgebaut, die im Holzmodulbau eine Neuerung darstellt. Der Zeitraum der Vorproduktion kann dadurch deutlich verkürzt werden.

Oft nicht genau vorhersagbar sind die Genehmigungsprozesse, die in jeder Gemeinde ihre eigenen Aspekte haben. Hier ist manchmal Geduld angesagt, unabhängig von der Bauweise.

Eine Herausforderung ist oft die Montage. An einem Standort bot eine alte Feuerwehrzufahrt nur fünf cm Luft zwischen dem Modul und anderen Gebäuden; an einem anderen Standort waren zwei Krane einsetzen, um die Module über den Altbau zu heben.

Es ist das Verständnis der Architekten um Prof. Xaver Egger, dass Architektur für Kinder eine hohe Qualität haben muss. Diesen Anspruch zeigt etwa die Schaffung großzügiger Treppenhäuser, die im Raumprogramm ursprünglich so nicht vorgegeben waren.

Die häufig von der Stadt Köln vorgesehenen Ziegelfassaden und die Liebe zum Detail auch im Inneren geben den Lehrern und Schülern das Gefühl, ein neues „Lern-Zuhause“ zu bekommen.

Artikel in der DBZ 5/2024
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Bild: Helin Bekeret

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